Stimmungserwachen

Am Morgen, wenn der Tag beginnt und der Geist sich entscheidet aus der Dämmerwelt ins Jetzt zurückzukehren, räkeln sich in meinem Bewusstsein Gedanken, die sind – so schön und sinnlos -, wie sie sind.

Es fragt sich dann in mir zum Beispiel, was von einem Menschen bleibt, wenn man ihn von seinen Bedürfnissen befreit. Wenn man alles abschält, was seinen Kern umgibt und man kann werfen darauf einen unverschleierten Blick. Und ich sage, dass mich nur dieser Rest interessiert.

Oder, dass wenn man im Abschied noch Schmerz verspürt, ist man noch Verfangen … in der Vergangenheit krampfhaft verankert. Echter Abschied ist versöhnlich, lässt alles los, um eben so die Verbindung für immer im Herzen zu behalten.

Und dann auch das noch! Warum werde ich, warum nur, in Gesprächen auf die Beschränktheiten der anderen reduziert? Mein Geist wird hohl. Aber das bin ich nicht, es ist bloß die Macht der Leere über mich. Und sobald aus diesem offenen Kerker entkommen, schüttelt sich mein Verstand und erwacht wie aus einer Trance und führt sein Gespräch fort mit sich. Nur hören kann es niemand.

Nicht wichtig

Ich weiß, ich weiß, dennoch beschäftigt sich mein Hirn im Leerlauf mit Fragen, die eben ob ihrer Absurdität eine Existenzberechtigung haben.

Zum Beispiel denke ich, dass geklärte Butter keine Beziehungsprobleme hat.

Oder mein neuestes Dillemma:
Ist eine Verschreibstube ein Übungsraum für Kalligraphielehrlinge oder eher eine kleine Arztpraxis?

Wie auch immer, ich werde die Antworten darauf nie efahren, so suche ich gar nicht nach ihnen, sondern flüchte in weitere Absurditäten.

Sinn-Los

Wahre Hölle ist,
ohne Liebe zu leben
sowohl im Himmel wie auf Erden.
Und in der Hölle unter Erden?
Dort kommt keiner und sagt,
du sollst nicht begehren.

Windungen

Ich frage mich,
wenn Schilf sich wiegt im Winde,
tanzt es oder schmeichelt es ihm milde?
Will es sich in seine Arme schmiegen,
oder ihm lieber glatt entschlingen?
Fügt es sich ein wie im Fließen,
oder in Sehnsucht seine Stämme neigen,
um zu finden, um zu nehmen,
das Glück, sanft berührt zu werden.
Nicht durch Strecken gen den Himmel.
Von dem, was im Streicheln der Lüfte inne.